Die Buckfastbiene wurde aus verschiedenen Herkünften von „Apis mellifera“, der westlichen Honigbiene gezüchtet. Durch langjährige Selektion aus den Ursprungsherkünften entstand schließlich in England eine erbfeste Zuchtrasse, die Buckfastbiene.


Der Ursprung war jedoch mit einer Katastrophe verbunden. Um das Jahr 1910 wurden in England beinahe alle Bienenvölker Opfer der Tracheenmilbe. Die dort heimische englische Biene, eine Vertreterin der dunklen Rasse ‚apis mellifera mellifera‘, wurde praktisch ausgerottet. In einem Kloster in Südengland stellte jedoch ein junger deutscher Mönch, Bruder Adam (Karl Kehrle, gest. 1997) fest, dass dort einige wenige Exemplare einer Kreuzung der italienischen Biene aus dem Piemont mit der alten englischen Biene gegen diese Seuche immun waren und auch sonst noch sehr gute Eigenschaften zeigten. Das war die Geburtsstunde der Buckfastbiene!


Was darauf folgte ist wohl bis heute einzigartig in der Bienenzucht. Durch ständige Selektion aus zeitweise bis zu 1200 Königinnen wurde eine bemerkenswerte Biene geschaffen.


Seit im Jahre 1919 in Buckfast mit der Zuchtarbeit begonnen wurde, waren nur die inneren Eigenschaften der Bienen einen Blick wert. Äußere Merkmale spielten so gut wie keine Rolle. Bruder Adam und Prof. Armbruster zeigten die Richtung des Zuchtweges.
Die drei prinzipiellen Zuchtwege der Buckfastzucht sind:

  • Kreuzungszucht
  • Kombinationszucht
  • Reinzucht

Dieser Zuchtweg sieht sich als progressiver Zuchtweg. Er bleibt offen für alle neuen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Bienenzüchtung und der Populationsgenetik der Honigbiene, was jedoch nicht bedeutet, dass Gentechnik aktiv zur Veränderung des Erbgutes eingesetzt wird. Theoretische Grundlage sind die Mendelschen Vererbungsregeln, die viele der zu beobachtenden Effekte erklären. Bei den Bienen spielen jedoch fast ausschließlich quantitative Merkmale eine Rolle. Sie werden durch mehrere Gene vererbt. Das macht die Selektion anspruchsvoller, aber beileibe nicht unmöglich. Die erzielbaren Ergebnisse sind hochwertig!


Folgende 3 Zuchtziele  wurden von Bruder Adam zur  Zuchtauslese herangezogen:

  • Primäre Zuchtziele
  • Sekundäre Zuchtziele
  • betriebstechnische Ziele

Diese Auswahl ist heute immer noch maßgebend. Sie ist umfangreicher als bei jeder anderen Zuchtlinie der Honigbiene! Ein weiterer wichtiger Punkt ist natürlich eine mögliche Varroaresistenz. Hierbei wird auf natürliche Vorgehensweise, d.h. Selektion und Begattung der Königinnen auf natürliche Weise gesetzt.


Der gesamte Zuchtweg ist seit 1921 in Ahnentafeln festgehalten und somit stellt die Buckfastbiene die am besten dokumentierte Zuchtlinie der Honigbiene dar! Die Stammtafeln sind für jedermann im Internet einsehbar. Diese Zuchtweise bringt, wenn konsequent angewendet beste Erfolge! Der Erfolg zeigt sich in erbfesten Völkern die auch über Generationen hinweg keine negativen Eigenschaften zeigen. Eine negative Beeinflussung der „Landbiene“ durch ein derart intensiv ausgelesenes, hochklassiges Zuchtmaterial ist so gut wie ausgeschlossen. Im Gegenteil, eine solche Biene bietet hervorragende Voraussetzungen, um mit Standbegattung und Auslese auf der mütterlichen Seite beste Völker zu erhalten.

 

(c) Landesverband der Buckfastimker Bayern e.V. Februar 2016

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